Toni

 

Toni 

 

 

Um 18 Uhr geht der Vorhang auf. Und jeden Tag ist Sneak Preview. Das Impro-Theater beginnt. Einige Darsteller sind bekannt, etliche nicht. Das Stück, das jeden Abend aufgeführt wird, ist unbekannt. Und es verändert sich ständig - denn die Besetzung ist ja auch flexibel. Und so gibt es jeden Abend Neues und Wohlbekanntes auf der Bühne  zu betrachten. Komödie, Tragödie, manchmal beides unter einem Dach. Nur, dass die Bühne hier ein Tresen ist. Und wie in jedem guten Impro-Theater gibt es Kommandos. "Sag mal, kennt ihr euch eigentlich?" ist ein mögliches. "Das ist übrigens XY!"ist ein weiteres. Und so ergibt es sich. Abend um Abend, Woche um Woche, Monat um Monat. Seit einigen Jahren geht das nun so. Und das Impro-Theater geht weiter. Jeden Abend aufs neue. Es gilt, unterschiedliche Lebensentwürfe zu vermischen. Denn daraus entsteht neues Leben. Mal funktioniert es, mal nicht. Aber das ist kein Grund, es nicht jedes Mal aufs neue zu versuchen.

 

Um 2 Uhr fällt der Vorhang - offiziell. Mal fällt er vorher, mal erst wesentlich später. Denn wenn die Geschichte der Nacht noch nicht zu Ende erzählt ist, dann geht es auch weiter. Bis der Morgen graut. Und sich die Stadt in eine Mixtur aus Stille und Aufbruch hüllt. Stille, Vogelgezwitscher, Zwielicht und Straßenlaternen, die in den nächsten Minuten abschalten. Die Schwebe zwischen dem, was gerade noch war und dem, was der neue Tag bringt. Die schwer zu beschreibende Mischung aus dem, was nach einem schönen Abend sehr demütig machen kann. Und was antreibt, damit weiterzumachen.

 

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